Flugbericht Gyrocopter Magni M24 in Kapstadt

Magni M24
Gyrocopter Test in Südafrika mit einem Magni M24. Testbedingungen ca. 30 Grad Außentemperatur und in etwa 30 Knoten Wind in Spitzen Böen bis 90 km/h
Endlich ist es so weit und nachdem ich auf der Messe schon sehr beeindruckt war vom Magni M24, hat sich endlich in Kapstadt die Möglichkeit ergeben, einen Magni M24 zu testen. Dank einem Bekannten aus dem letzten Jahr stand der M24 zum Flug bereit. Mittlerweile sind über 40 Gyros in der Region um Kapstadt in der Luft. Auch hier nimmt die Gyrocopterei immer mehr zu. Obwohl die Kollegen mir schon einen sehr starken Ostwind vorhergesagt hatten waren die Bedingungen vor Ort für deutsche Verhältnisse anspruchsvoll. Allerdings muss man sagen das ich starken Wind extrem liebe. Der Wind war, wie fast normal in Kapstadt, sehr stark an diesem Tag. Nichts desto trotz konnten wir vor Ort verschieden Modelle begutachten. Auf dem Vorfeld stand wie versprochen der Magni M24 und ein Xenon. Der direkte Vergleich war auch unter Flugbedingungen möglich.

Die Verarbeitung des Magni M24 ist sehr gut. Im Cockpit findet man viel Carbon Optik und die Instrumentierung war optimal für solch ein Gerät. Der Magni besticht durch seine sehr kompakte Optik und bietet doch im Innenraum viel Platz im Vergleich zum neuen Gyrocopter von Rotortec. Nur der Xenon kann im Bereich Innenraum noch mehr Punkten.

Magni M24


Nach dem ersten Platznehmen ist schnell ein vertrauensvolles Gefühl entstanden. Die Sitze sind von den der Tiefe her etwas versetzt und bieten selbst 2 großen Personen genug Platz. Man hat eigentlich kein Gefühl eingeengt zu sein beim sitzen und endlich mal nebeneinander zu sitzen im Gyro ist schon ein neues Gefühl. Eigentlich wie bei einem Flächenflugzeug.

Das Anlassen des Magni funktioniert einwandfrei. Sauber läuft der Rotax vom Motorengeräusch und die Lautstärke im Innenraum ist dabei sehr angenehm. Die Bordelektronik zeigt exakt an wie lange der Motor warmlaufen muss. Nachdem alles im akzeptablen Bereich ist geht es dann auf die Startbahn. In Kapstadt geht alles etwas gemütlicher zu als in Deutschland und so ergeben sich gewissen Freiheiten die man in Deutschland nicht kennt. Len erklärt noch einiges wegen dem extrem starken Wind und bringt den Magni M24 in Stellung. Das Vorrotieren geht schnell, eine elektronische Anzeige zeigt exakt die Drehzahl. Ab 140 Umdrehungen nimmt Len bereits den Stick etwas zurück und rotiert dann weiter auf über 200 Umdrehungen vor. Der Rest ist wie gelernt, wobei der Magni trotz des starken Windes von Vorne nicht dazu neigt extrem die Nase zu heben. Das abheben ist Gefühlt einfacher als beim MTOsport. Nach kurzem Startlauf sind wir bereits in der Luft. Die Steigwerte beeindrucken mich, wobei aufgrund des starken Windes und der guten Thermik, sicher nicht repräsentativ. Einzig beim gleichzeitigen Start der beiden Gyrocopter Magni M24 und Xenon zeigen sich deutliche Unterschiede beim Startlauf und anschließenden Steigen. Der Punkt geht mit deutlichem Abstand an den Magni M24.

Magni M24


Der Rotor läuft aus meinem persönlichen Eindruck recht vernüftig wenn auch nicht viel Unterschied zu unserem aktuellen MTOsport besteht. Die Steuerung jedoch verlang viel mehr Steuerkräfte als beim MT. Schnelle Flugmanöver oder Richtungswechsel verlangen kraftvolles Abreiten am Stick. Die Dämpfung vom Stick ist aufgrund der höheren Steuerdrücke besser als beim Autogyro.

Schön war bei einsteigen, dass man die Pedale mit einigen Handgriffen auf meine Körpergröße einstellen konnte und so unterschiedliche Körpergrößen individuell behandelt werden konnten. Wenn auch meine langen Beine nicht optimal von der Unterstützung auflagen war das sitzen im Magni M24 doch deutlich angenehmer als bei den Konkurrenz Produkten.

Die Wendigkeit des Seitenrudres ist sehr gut und verlang nicht besonders viel Kraft. Der Magni dreht sauber und nimmt alle Richtungsänderungen direkt an.

Magni M24


Ich konnte nun einige Manöver mit der Maschine fliegen. Stehen lassen, stationärer Sinkflug, auf der Stelle stehen, seitliches Slippen mit anschließendem drehen der Maschine und Motorausfall standen auf dem Programm. Alle Manöver ließen sich mit dem Magni sauber fliegen und es entstand nie ein unsicheres Gefühl. Das Verhalten in der Luft ist eben Gyrocopter "like".

Nun ging es direkt in die kleine Platzrunde und ich konnte mehrere Platzrunden fliegen und den Magni M24 landen. Das landen ist eigentlich etwas unterschiedlich zum MTOsport. Man landet mit der Maschine etwas mehr wie eine Fläche. Das steile aufstellen der Nase ist durch den Rahmen nur bedingt möglich und wird beim Magni nicht praktiziert. Auch das Landen durch das nebeneinander sitzen ist mehr wie bei der Fläche hier ist ein wenig umdenken notwendig. Trotzdem gelingt die erste Landung bereits sehr gut und ich fühle mich sehr wohl im Magni M24.

Magni M24


FAZIT Magni M24:
Insgesamt beeindruckt mich der Magni M24 sehr. Der Eindruck der Messe Aero hat sich bestätigt. Als Side by Side Gyrocopter ist er aus meiner Sicht im Moment das beste Produkt was es am Markt gibt. Nicht böses sein liebe Xenon Eigentümer, das soll an der Stelle das Produkt nicht abwerten. Die Flugeigenschaften insbesonders als auch die Verarbeitung sind vorbildlich und ich kann mich nun endlich der Meinungen der M24 Besitzer anschließen und werde mit einem neidischen Blick in die Länder schauen wo der Mangi M24 die Zulassung hat und geflogen werden darf. Falls es in Deutschland eine Zulassung dafür geben wird ist das Modell sicher für die Schulung eine echte Alternative zum MTOsport, Calidus oder Xenon.

Der Beitrag erhebt keinen Ansrpuch auf Vollständigkeit! Er soll lediglich meine persönlichen Eindrücke wiederspiegeln. Holger Vier / Kapstadt 11.12.2010
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